
Etwas später als im Jahr 2010, aber wiederum bei allerbestem Spätsommerwetter, fand auf der Radrennbahn in Reichelsdorfer Keller der 3. Rennbahntag der Liegeradmetropole Nürnberg statt. Der Teilnehmerkreis war wegen paralleler Veranstaltungen leider etwas kleiner als im letzten Jahr, dafür gab es als zentrales »Highlight« eine Auswahl von Troytec Speedbikes zum ausgiebigen Testen und Probefahren.

Der Umstieg von meiner Speedmachine auf den Vollkarbon-Tieflieger war viel einfacher als ursprünglich gedacht: reinsetzen, einklinken und losfahren. Bereits in der ersten Kurve war ich jenseits der 30 km/h, kurz darauf deutlich über 42 km/h. Auch der Highracer ließ sich sehr gutmütig fahren, war aber nicht ganz so spritzig wie sein flacher Bruder. Besonders gut hat mir der sehr effektive Sitz mit seinen groben Schaumstoffelementen gefallen; beim ersten Reinsetzen fühlte sich der Sitz sehr schmal an, aber gleich darauf war nichts mehr zu spüren, denn man liegt nicht auf der Wirbelsäule, sondern nur auf den Lateralmuskeln.

Im Laufe des Tages habe ich wohl 50 Runden mit der Speedmachine und drei verschiedenen Karbonrennern absolviert und dabei eine Maximalgeschwindigkeit von knapp 46 km/h erreicht (der Tacho hat kurz sogar »47« angezeigt, aber den Moment hat mein GPS-Logger verpasst). Am Nachmittag nach der Kaffeepause gab es noch ein »großes Sammeln« mit fast allen Liegerädern auf der Bahn, anschließend weiteres Fachsimpeln und dann so allmählich den allgemeinen Aufbruch.
Karmic Komedy
Auf der Rückfahrt zum Nürnberger Hauptbahnhof haben mich meine Begleiter dann noch mit einer Slapstick-Einlage erfreut: Am Südfriedhof musste ich an einer Verkehrsampel wegen Rotphase abreißen lassen. Als meine Spezies auch die nächste rote Ampel beflissentlich ignorierten und gleich darauf das neben mir haltende Auto trotz »Rot« anfuhr, dachte ich zuerst: »Sind hier in Nürnberg alle solche Verkehrsrowdies?«, bis ich merkte, dass es sich um einen Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht handelte.
Mit breitem Grinsen im Gesicht konnte ich die Szene genießen, als meine drei Begleiter (von denen sich der letzte geistesgegenwärtig in Richtung Friedhofseingang verdünnisierte) von der »Rennleitung« ausgebremst und anschließend wegen des Regelverstoßes »bearbeitet« wurden. Dank der nächsten Grünphase konnte ich aufschließen und als Unbeteiligter den Vorgang aus nächster Nähe verfolgen.
Mittlerweile sind wohl alle darüber informiert, dass ein vorsätzlicher Rotlichtverstoß – selbst in einer solch »harmlosen« Situation ohne jegliche Gefährdung Dritter – eine nicht ganz billige Angelegenheit darstellt. Zum Ausgleich unseres »karmischen Kontos« habe ich dann gleich vor Ort einer 92-jährigen Rollator-Schubserin über die Straße geholfen.
¶ Besten Dank an Toni Mader für die erstklassigen Aufnahmen!