Sonntag, 6. November 2011

Winterpokal 2011/12

Auf ein Neues!

winterpokalDie aktuelle Saison läuft ungebremst weiter (Jahresleistung 2011: 11.664,62 km »netto« – 2.925,23 km mit dem Up, 8.739,39 km mit dem Lieger), also kann ich die erzielten Fahrzeiten wieder beim »Winterpokal« eintragen. Wie im letzten Winter werde ich »solo« fahren; einziger »Gegner« ist mein vormaliges Ergebnis von 584 Punkten (160 h). Vorläufiges »Ziel«: jeden Tag eine Stunde Freiluftaktivität.

Montag, 26. September 2011

A Day At The Races

Etwas später als im Jahr 2010, aber wiederum bei allerbestem Spätsommerwetter, fand auf der Radrennbahn in Reichelsdorfer Keller der 3. Rennbahntag der Liegeradmetropole Nürnberg statt. Der Teilnehmerkreis war wegen paralleler Veranstaltungen leider etwas kleiner als im letzten Jahr, dafür gab es als zentrales »Highlight« eine Auswahl von Troytec Speedbikes zum ausgiebigen Testen und Probefahren.

Der Umstieg von meiner Speedmachine auf den Vollkarbon-Tieflieger war viel einfacher als ursprünglich gedacht: reinsetzen, einklinken und losfahren. Bereits in der ersten Kurve war ich jenseits der 30 km/h, kurz darauf deutlich über 42 km/h. Auch der Highracer ließ sich sehr gutmütig fahren, war aber nicht ganz so spritzig wie sein flacher Bruder. Besonders gut hat mir der sehr effektive Sitz mit seinen groben Schaumstoffelementen gefallen; beim ersten Reinsetzen fühlte sich der Sitz sehr schmal an, aber gleich darauf war nichts mehr zu spüren, denn man liegt nicht auf der Wirbelsäule, sondern nur auf den Lateralmuskeln.

Im Laufe des Tages habe ich wohl 50 Runden mit der Speedmachine und drei verschiedenen Karbonrennern absolviert und dabei eine Maximalgeschwindigkeit von knapp 46 km/h erreicht (der Tacho hat kurz sogar »47« angezeigt, aber den Moment hat mein GPS-Logger verpasst). Am Nachmittag nach der Kaffeepause gab es noch ein »großes Sammeln« mit fast allen Liegerädern auf der Bahn, anschließend weiteres Fachsimpeln und dann so allmählich den allgemeinen Aufbruch.

Karmic Komedy

Auf der Rückfahrt zum Nürnberger Hauptbahnhof haben mich meine Begleiter dann noch mit einer Slapstick-Einlage erfreut: Am Südfriedhof musste ich an einer Verkehrsampel wegen Rotphase abreißen lassen. Als meine Spezies auch die nächste rote Ampel beflissentlich ignorierten und gleich darauf das neben mir haltende Auto trotz »Rot« anfuhr, dachte ich zuerst: »Sind hier in Nürnberg alle solche Verkehrsrowdies?«, bis ich merkte, dass es sich um einen Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht handelte.

Mit breitem Grinsen im Gesicht konnte ich die Szene genießen, als meine drei Begleiter (von denen sich der letzte geistesgegenwärtig in Richtung Friedhofseingang verdünnisierte) von der »Rennleitung« ausgebremst und anschließend wegen des Regelverstoßes »bearbeitet« wurden. Dank der nächsten Grünphase konnte ich aufschließen und als Unbeteiligter den Vorgang aus nächster Nähe verfolgen.

Mittlerweile sind wohl alle darüber informiert, dass ein vorsätzlicher Rotlichtverstoß – selbst in einer solch »harmlosen« Situation ohne jegliche Gefährdung Dritter – eine nicht ganz billige Angelegenheit darstellt. Zum Ausgleich unseres »karmischen Kontos« habe ich dann gleich vor Ort einer 92-jährigen Rollator-Schubserin über die Straße geholfen.

¶ Besten Dank an Toni Mader für die erstklassigen Aufnahmen!

Samstag, 10. September 2011

Ein neuer »Komputer«


Radroute 1245915 - powered by Bikemap 

Nach langer Überlegung und einigem Vorabstudium des Für und Wider, habe ich kurz entschlossen bei eBay einen GPS-Data-Logger vom Typ i-Blue 747A+ ersteigert. Und was soll ich sagen: Das könnte ein neues – oder zu mindest ergänzendes – Hobby werden.

Bereits die ersten Versuche mit dem kleinen Gerät – zu dessen Schutz beim Transport ich gleich eine passende »Händi-Tasche« gekauft habe – und der Software BT747 sind erstaunlich erfolgreich. Als alter UNIXer ist mir jedoch die Klicki-Bunti-Oberfläche dieses Java-Programmes doch um einiges zu überfrachtet, so dass ich mich nach geeigneten Werkzeugen für die Kommandozeile umsehe.

Im folgenden verwende ich mtkbabel für das Auslesen des Loggers und zum Setzen der Optionen für die Aufzeichnung (alle 20 Meter statt jede Sekunde). Zum Zerlegen einer größeren GPX-Datei in einzelne Dateien für jeden enthaltenen Track verwende ich Samat Jains GpxSplitter. Diese beiden Tools in Kombination kann ich leichter bedienen, als mich durch mehrere Reiter von BT747 zu klicken.

Die Ergebnisse erscheinen in Ergänzung zu diesem ’b-Log unter meinem »alter ego« bei bikemap.net.

¶ Jetzt packe ich doch noch ein Klicki-Bunti-Programm in meine »Werkzeugkiste«: GpsPrune – damit lassen sich Abschnitte von Tracks untersuchen (Länge, Fahrzeit, Auf- und Abstieg, etc.). Auf bikemap.net kann man zwar auch Teilabschnitte selektieren, ich finde dann aber keine Informationen darüber.

Plus eins, minus 2½: Beim Liegeradtreff am Dienstag kommen mir immer wieder gute Ideen. Nach der gestrigen Tour entsorge ich an beiden Fahrrädern die bisherigen »Streckenaufzeichnungsgeräte«. Bei der Speedmachine sind das ein Sigma BC 506 und ein Sigma BC 509. Einen der Halter davon habe ich passend für den UDK-Lenker gekürzt, der andere ist noch original. Am Koga-Miyata habe ich den Funksender für die Polar-Uhr CS300 abmontiert; jetzt liegen gleich zwei davon in meiner Werkstatt; die Uhr werde ich weiter als Pulsuhr verwenden.

¶¶ Alle Kleinteile sind verkauft!

Freitag, 22. Juli 2011

Design Update Druckbetankung

Beim Kauf meiner Speedmachine im Jahr 2007 hatte mir mein Berliner Händler für die Wasserversorgung unterwegs die Verwendung eines Trinkschlauchsystems empfohlen. In Kombination mit diversen SIGG Flaschen (und dem passenden Adapter von SmarTube) war ich damit lange Zeit recht zufrieden. Insbesondere das »Händling«, also das Trinken während der Fahrt, war völlig problemlos. Allerdings gab es immer wieder das leidige Problem der Reinigung, je nach Hersteller der Schlauch-Ventil-Kombi mal früher, mal später. Beim jüngsten Wechsel von Deuter zu McKinley war’s dann nach viel zu kurzer Zeit vorbei mit der Zufriedenheit: das »Billigteil« (immerhin knapp 14 Euro, und die Trinkblase wandert unbenutzt in den gelben Sack) setzt bereits nach wenigen Wochen Stockschimmel im Schlauch und im (nicht zerlegbaren) Ventil an.

Auf Empfehlung meiner Coburger Liegeradfreunde verabschiede ich mich jetzt von der »Druckbetankung« per Schlauchsystem und steige auf die direkte Verwendung der SIGG-Flasche mit Trinknippel um. Nach einer kurzen Recherche im Internet und einem provisorischen Versuch mit dem (absolut hervorragenden) Carbon-Flaschenhalter von Zéfal finde ich bei Mr. Bike ein formschönes, funktionales und farblich passendes Teil von Elite. Montiert mit Rahmenmanschetten von Abus nahe an der Schwinge, lässt sich die Flasche auch während der Fahrt bequem greifen und wieder in den Halter stecken, und das sogar wenn ein Backroller mit nach vorne montierter Außentasche angehängt ist.

Zusätzlichen Wasservorrat für längere Touren transportiere ich wie bisher in weiteren Flaschen in den Ortlieb-Taschen. Auf kurzen Trainingstouren verwende ich besagte Ortlieb Außentasche für Flick-, Werk- und Wertzeug; einfach mit kräftigem Klettband (drei Streifen à zehn Zentimeter) am Gepäckträger fixieren, schon hat man eine »Mini-Backroller«-Tasche mit knapp zwei Liter Volumen.

¶ Die Sache mit der Werkzeugtasche funktioniert bestens; auch am Koga-Miyata auf dem Rennsteig klappert nichts und die Klettbandringe halten bombig.

Freitag, 15. Juli 2011

Ich bau’ mir ein Planetarium (klein)

Bereits auf der Hinfahrt zum Monatsstammtisch des ADFC Bamberg beginnt die »SRAM DualDrive Nabe« meiner Speedmachine in Stellung ›3‹ unter Volllast ganz leicht zu schnarren, so als ob ein Schaltvorgang beginnen möchte. Normales Treten und Schalten sind aber weiterhin möglich. Sowohl auf der Rückfahrt (auf der ich in Grundfeld die »volle Breitseite« einer Regenfront abbekomme und klatschnass zuhause eintreffe) als auch bei der Fahrt zum Pressetermin mit dem »Obermain Tagblatt« lässt sich dieser Effekt nachvollziehen. Daher muss ich mir die Sache mal genauer anschauen, schließlich will ich in zwei Wochen mit Jürgen (»Baron« Tieflieger) zu den Bayerischen Liegeradtagen fahren. Zunächst vermute ich, dass sich die Konterung etwas gelöst haben könnte, schnell stellt sich jedoch heraus, dass der Federring der vier Sperrklinken am »Antreiber« (Freilaufkörper) gerissen und bereits zwei der vier Klinken von ihren angestammten Arbeitsplätzen »geflüchtet« sind (vielleicht auch erst beim Öffnen).

Also packe ich die komplette Materialsammlung und die Speedmachine ins Auto und fahre damit zu Mr. Bike, um den Defekt beheben zu lassen. Leider »verweigert« Klaus die Annahme wegen der akuten Teilnahme an der Bike Transalp. Statt dessen versorgt er mich spontan mit einen neuen Antreiber (der in der neuen Ausführung gleich mit dem Kupplungsrad kombiniert ist) und einem Döschen Lagerfett.

Das technische Handbuch zur 2007er Version der »SRAM DualDrive Nabe« enthält auf Seite 50 eine vorzügliche Anleitung zum Zerlegen und Zusammenbauen der Nabe. Damit klappt die Operation überraschend gut. Wenn man den mehrfachen Hinweisen auf das »Drehen gegen den Uhrzeigersinn« folgt, klicken die zahlreichen Einzelteile problemlos ineinander. Einzig der Punkt »Lagerung nahezu spielfrei einstellen« ist etwas zeitaufwendig, bis die Sache wirklich wieder rund läuft. Die abschließende kurze Testfahrt zeigt keinerlei Probleme. Wenn das so bleibt, traue ich mir diese Aktion (zwecks Reinigen und Nachfetten) in Zukunft wieder zu.

¶ Am 1. August muss ich das »Überraschungsei« schon wieder öffnen. In den vergangenen zwei Wochen hat sich die SRAM-Nabe mehrfach akustisch bemerkbar gemacht. In nicht definierten Zuständen gab sie ein schleifendes/peitschendes Geräusch von sich. Das Ergebnis der heutigen Untersuchung: Eine der zehn Kugeln im linken Lager ist merklich »angefressen« und muss ersetzt werden. Ich hoffe, beim sorgfältigen Abschmieren die Metallsplitter mit dem Lagerfett vollständig entfernt zu haben, sonst müsste ich beim nächsten Mal wieder alles auseinandernehmen.

Freitag, 27. Mai 2011

Kapitaler Bremsschaden

Autsch, das geht ins Auge! Nachdem bei meiner jüngsten Einkaufsfahrt nach Bamberg die Bremsleistung am Vorderrad auffallend zögerlich war, tausche ich die bisherigen Bremsgummis gegen neue »Shimano Severe Condition«, die ich seit letztem Jahr als Ersatz in meiner Werkzeugkiste spazierenfahre. Aber schon die Proberunde wird fast zum Fiasko: Beim ersten stärkeren Bremsen kratzt und schleift es ganz fürchterlich am Vorderrad und nach nur zwei Kilometer sehen die Gummis und die Felge schrecklich angegriffen aus. Irgendwie »können« die Materialien nicht miteinander.

Schon bei der Montage war übrigens einer der irgendwie spröden Gummis am hinteren Block abgebrochen, so dass auf einen Schlag gleich beide nagelneuen Paare draufgehen. Leider habe ich die Verpackung mit der Produktbeschreibung nicht mehr, so dass sich nicht eindeutig feststellen lässt, ob es sich möglicherweise um »Ceramic«-Schleifsteine handelt. Für Alufelgen sind die Dinger jedenfalls nicht geeignet.

Nach Rückfrage bei »Mr. Bike« probiere ich es zwar noch auf der Coburger Dienstagsrunde mit den japanischen Bremsgummis, aber das Ergebnis nach weiteren 60 km bleibt nachhaltig unbefriedigend, so dass ich noch am Abend des 24.05. die Shimano-Gummis durch »XLC BS-X07 Tricolor« ersetze (die übrigens innerhalb von 18 Stunden nach Bestellung per Internet bei mir eingetroffen sind).

Montag, 25. April 2011

Schlössertour zu Ostern

Nachdem es vor vierzehn Tagen nicht ganz geklappt hat (der Schlenker nach Pommersfelden fiel aus Zeitgründen aus und die Rückfahrt erfolgte direkt »an der Waterkant«; in summa 30 km weniger als heute), ziehe ich am Ostersonntag bei herrlichem Frühsommerwetter eine »oberfränkische Schlössertour« durch. Um 8 Uhr 45 starte ich mit der frischgeputzten Speedmachine und radle mit leichtem Rückenwind die übliche Schnellstrecke nach Bamberg, wo ich genau zum 10 Uhr-Gottesdienstläuten eintreffe; am Main–Donau-Kanal mitten in der Stadt stoppe ich, um die herrlich wummernde Glockenakustik zu genießen.

Über Bug, Pettstadt und Reundorf geht es weiter nach Frensdorf, wo ich am Friedhof bereits die erste SIGG-Flasche nachfüllen muss, bevor ich mich auf dem Bahn-Radweg in Richtung Kloster Ebrach einklinke. Nach circa 50 km verdrücke ich mein erstes »Vinschgauer«-Brötchen und nach 74 km den ersten Apfel. Ebrach (81 km) erreiche ich püntlich zum 12 Uhr-Läuten. Die Mittagspause verbringe ich im Abteigarten, wo ich zunächst ein leckeres Stück Mohnstrudel genieße, bevor ich eine erste Photorunde drehe.

Um 13 Uhr geht’s auf gleicher Strecke zurück bis Burgebrach (alternativ: »FBT« nach Schlüsselfeld), wo die Radstrecke von der »Rauhen Ebrach« zur »Reichen Ebrach« in Richtung Pommersfelden abzweigt. Schloss Weißenstein erreiche ich gegen 14 Uhr und auch hier dokumentiere ich die Etappe photographisch und verleibe mir im Schatten der westlichen Arkaden einen weiteren Apfel als Vesper ein. Anschließend fülle ich beide Trinkflaschen mit frischem (Leitungs-)Wasser auf. Nach Umrundung der Schlossanlage folge ich der »Fürstbischöflichen Tour« zurück nach Pettstadt. Hier biege ich an der ehemaligen Güterbahnstrecke rechts ab und überquere mit der »Pettstadter Fähre« die Regnitz. (Da ich »an Bord« ja schlecht ausweichen kann, fragen mir andere Passagiere und der Hilfsbootsmann die üblichen Löcher zum Thema »Liegerad« in den Bauch …)

Nach einer anschließenden kurzen Rast unter schattigen Bäumen schimpfe ich mich über äußerst grobe Schotterwege in Richtung Strullendorf und weiter über fragwürdige »Radwege« nach Geis-, Litzen- und Memmelsdorf. Leider bremsen mich diverse Anstiege und die vielseitige »Bierdeckel«-Beschilderung auf der mir unbekannten Strecke arg aus, so dass es sich um 17 Uhr nicht mehr lohnt,— wie eigentlich geplant — im Café der Orangerie von Schloss Seehof einen Kaffee zu genießen. Statt dessen fahre ich über Zückshut weiter nach Breitengüßbach/Unteroberndorf und biege auf die heimatliche Staatsstraße 2197 ab, wo mich ein ekelhafter Gegenwind erwartet, der meine Heimkunft weiter massiv verzögert.

Insgesamt fahre ich heute knapp 190 km (brutto; abzüglich Schlenker eher 185) in knapp acht Stunden Fahrzeit (netto; mit Pausen gut zehn), verdrücke je zwei kräftige Brötchen und Äpfel sowie ein Stück Kuchen und trinke (mindestens) drei Liter Wasser. Der »Teil in der Mitte« zwischen Pettstadt und Litzendorf ist in dieser Form nicht liegeradtauglich (schon gar nicht mit schmalen Rennreifen) und sollte beim nächsten Versuch über Hirschaid probiert werden. Kulturell gäbe es noch wesentlich mehr zu sehen (Amtsschloss Burgwindheim, Kloster Schlüsselau, Pfarrhaus Litzendorf, u.v.a.m.) und diverse kulinarische Angebote könnten bei zukünftigen Gelegenheiten ausgiebig genutzt werden. Trotzdem war es eine herrliche Tour, die mir Lust auf sehr viel mehr macht.